Dein Darm ist weit mehr als ein Verdauungsorgan – er ist eine zentrale Schaltstelle für Deine Gesundheit und spielt eine entscheidende Rolle in der Regulierung Deines Hormonhaushalts. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und auch Studien rücken das Darmmikrobiom, also die Gesamtheit der Darmbakterien, in den Fokus, wenn es um hormonelle Balance und deren Auswirkungen auf unsere körperliche und seelische Gesundheit geht.
Die Darmflora: Eine komplexe Gemeinschaft
Hunderte von Bakterienarten besiedeln Deinen Darm und beeinflussen zahlreiche körperliche Prozesse. Sie entscheiden, welche Nährstoffe aufgenommen und welche ausgeschieden werden, regulieren das Immunsystem und wirken sich sogar auf Dein Körpergewicht aus. Eine ausgewogene Darmflora – mit einem Übergewicht an „guten Bakterien“ – ist essentiell für unsere Gesundheit. Eine Störung dieses Gleichgewichts kann hingegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Lebensmittelunverträglichkeiten, Autoimmunerkrankungen und psychische Beeinträchtigungen begünstigen und Wechseljahrssymptome verstärken.
Hormonzentrale Darm: Wie Bakterien Deine Hormone steuern
Darm und Gehirn stehen über den 10. Hirnnerv, den Nervus Vagus, in engem Austausch. Das enterale Nervensystem, Stoffwechselprodukte von Darmbakterien und Hormone sind die Kommunikationsmittel zwischen Darm, unserem Gehirn und anderen Organen. Interessanterweise werden viele Hormone direkt im Darm produziert, darunter die Glückshormone Dopamin und Serotonin sowie das Schlafhormon Melatonin. Diese „Botenstoffe“ beeinflussen Dein Wohlbefinden, Deine Stimmung und sogar Deinen Schlaf.
Besonders spannend ist der Einfluss der Darmbakterien auf das Östrogen, eines der wichtigsten Sexualhormone und Hauptakteure in den Wechseljahren. Eine gesunde Darmflora stellt sicher, dass das Enzym ß-Glucuronidase in ausreichender Menge vorhanden ist, um den Östrogenspiegel im Körper zu regulieren. Ist das Mikrobiom gestört, kann dies zu einer Unter- oder Überversorgung mit Östrogen führen – mit potenziell gravierenden Folgen wie Endometriose, Brustkrebs, dem Polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) oder der Östrogendominanz in der Perimenopause.
Hormone: Kleine Boten mit großer Wirkung
Hormone sind chemische Botenstoffe, die von endokrinen Drüsen ins Blut abgegeben werden, um ihre Botschaften im ganzen Körper zu verbreiten. Sie regulieren lebenswichtige Prozesse wie Stressbewältigung, Schlaf, Stoffwechsel und Fortpflanzung. Wobei gerade die Sexualhormone so viel mehr Bedeutung haben als nur die Erhaltung der Gattung Mensch. Ein paar Beispiele:
- Adrenalin: Gibt Dir in Stresssituationen die Power für „Kampf oder Flucht“.
- Cortisol: Unterstützt Deinen Stoffwechsel und aktiviert morgens Dein System– auch bekannt als Stresshormon.
- Dopamin und Serotonin: Glückshormone, die Deine Stimmung aufhellen und Dich entspannt fühlen lassen.
- Endorphine: Körpereigenen Schmerzstiller, die Dich durchhalten lassen, wenn es drauf ankommt.
- Insulin: Kümmert sich um Deine Energieversorgung, indem es Zucker aus dem Blut in die Zellen schleust.
- Melatonin: Dein Taktgeber für den Tag-Nacht-Rhythmus, produziert in der Zirbeldrüse und im Darm aus Serotonin.
- Östrogen und Testosteron: Die Sexualhormone, die unser Aussehen, Lustempfinden und unsere Fortpflanzungsfähigkeit beeinflussen.
Das Östrobolom: Die Verbindung zwischen Östrogen und Mikrobiom
Ein gesunder Östrogenhaushalt ist entscheidend für viele körperliche Funktionen, von der Herz-Kreislauf-Gesundheit über die Knochendichte bis hin zur Hautelastizität. Der Teil des Mikrobioms, der mit dem Östrogenstoffwechsel in Verbindung steht, wird Östrobolom genannt. Studien zeigen, dass eine unausgewogene Darmflora die Funktion des Östroboloms beeinträchtigen und so das Risiko für Krankheiten wie Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas erhöhen kann.
Ungesunde Ernährung, Antibiotika und hormonelle Verhütungsmittel können das Östrobolom negativ beeinflussen. Eine bewusste Lebensweise mit einer ballaststoffreichen Ernährung und der gezielten Einnahme von Probiotika kann helfen, die Balance wiederherzustellen.
Eine Studie im Fokus
Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Kolleritsch (2024) untersuchte die Wirkung des Multispezies-Probiotikums OMNi-BiOTiC® Aktiv auf Frauen in der Menopause. Über einen Zeitraum von acht Wochen nahmen 139 Teilnehmerinnen zweimal täglich das Probiotikum ein. Die Ergebnisse sprechen für sich:
- 60 % der Frauen berichteten von einer deutlichen Reduktion von Hitzewallungen und Müdigkeit.
- Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Hautprobleme und Haarausfall gingen spürbar zurück.
- Physische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Herzrasen wurden gemildert.
- Mehr als die Hälfte der Frauen erlebte eine gesteigerte Libido.
Warum der Darm eine Schlüsselrolle spielt
Die Menopause bringt nicht nur hormonelle Veränderungen mit sich, sondern beeinflusst auch das empfindliche Gleichgewicht des Darm-Mikrobioms. Ein unausgeglichenes Mikrobiom kann die Beschwerden verstärken. Hier setzt das Probiotikum an: Es enthält gezielt ausgewählte Bakterienstämme, die das Mikrobiom unterstützen, Entzündungen regulieren und die Hormonregulation fördern.
Was bedeutet das für Frauen in der Menopause?
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein gesunder Darm weit mehr ist als nur eine gute Verdauung. Er kann entscheidend dazu beitragen, menopausale Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Die Verbindung von Darmgesundheit und Hormonhaushalt wird immer deutlicher – und gibt Frauen die Möglichkeit, ihren Körper ganzheitlich zu unterstützen.
Bist Du offen dafür, Deinen Darm mal ganz anders kennenzulernen und Dich selbst in einem neuen Licht zu sehen? Wunderbar, dann findest Du in meinem Ratgeber „Holy Shit – Dein Ratgeber für Kacktage“ mehr Informationen.
Fazit: Ein gesunder Darm ist das A & O
Wenn es einen Tipp gibt, den ich jeder Frau ans Herz lege, dann ist es, den Fokus auf den Darm und ein gesundes Mikrobiom zu legen. Ist der Darm nicht in Balance, nützen Nahrungsergänzungen, bioidentische Hormone und pflanzliche Mittel nicht viel, da die Aufnahme dieser Bausteine nicht vollständig erfolgt.
Die Darmgesundheit ist die Basis, das Fundament.
Die erwähnte Studie ist der Beweis, dass die Darmbakterien Wechseljahrsbeschwerden schon deutlich lindern können. Aber darüber hinaus ist die Darmgesundheit auch entscheidend für die Prävention und damit für das gesunde Altern.
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Alles Liebe Ann-Katrin
Foto: Canva