In den Wechseljahren bist Du voll drin im Chaos von alter zu neuer Ordnung. Es ist die Sichtbarwerdung Deiner Anpassungsfähigkeit. Denn Du steckst mittendrin im Übergang, der Dir von der Natur gegebenen Aufgabe zur Fortpflanzung, zu Deiner Selbstbestimmung.
Wenn Du jetzt innerlich aufgebracht aufschreist, atme bitte einmal kurz durch, und lies dann weiter.
Natürlich bist Du IMMER die Bestimmerin Deines Lebensinhaltes und dessen Gestaltung.
Aus Sicht der Natur geht es aber ausschließlich um die Erhaltung Deiner Art, egal ob Einzeller, Pflänzlein, Tier oder Mensch.
Zur bildlichen Verdeutlichung wie Du Ordnung bringst in Dein Wechseljahre-Chaos, bringe ich gerne den Vergleich mit dem Ausmisten Deiner Küchenschränke.
Vom Wechseljahre-Chaos zur Ordnung
Irgendwie kommt ja immer der Moment, in dem es sich verselbstständigt und man nichts mehr wiederfindet, die Schränke übervoll und durcheinander scheinen, dazu sammeln sich Straub, Krümel und Dreck in Schubladen und Schränken an.
Zeit zu sortieren.
Was tust Du? Erst mal alles raus. Auf der Anrichte stehen dann dichtgedrängt und durcheinander Geschirr, Gläser, Döschen, Flaschen, Vorräte usw.
Liebe Zeit, was für ein Durcheinander.
Verschiedenes ist doppelt und dreifach da, manches verloren geglaubte taucht wieder auf und anderes wusste man gar nicht mehr, dass man es überhaupt hat.
Du reinigst die Einlagebretter, die Schubladen und Regale und dann wirst Du alles so einräumen, wie Du es für praktisch und sinnvoll hältst.
Ahhh, so ein herrliches Gefühl.
Alles ordentlich, sauber und klar wo Du was findest.
An die neue Ordnung bist Du schnell gewöhnt und liebst den neuen Flow der Abläufe.
Lächelst Du jetzt? Kannst Du dieses befreite Gefühl spüren?
Das sind die Wechseljahre. Der Übergang von einer in eine andere Phase.
Der feine Unterschied ist, dass das Chaos der Hormonumstellung leider nicht an einem halben Tag erledigt ist, eher scheint das Wechseljahre-Chaos ein halbes Leben zu dauern.
Küchenchaos beseitigen geht nicht von alleine, Hormonchaos auch nicht.
Der Vergleich zeigt aber so schön, dass Du selbst viel dazu beitragen kannst, damit Dein Wechseljahre-Chaos übersichtlich bleibt.
5 Impulse für einen geordneten Übergang
Meine 5 Impulse, neben der Basis viel Bewegung, gesunde Ernährung, ausreichend Ruhe und einem guten Mindset sind:
Miste aus
Entledige Dich von allem, was Dir kein gutes Gefühl mehr gibt.
Kleider, Gegenstände, Kontakte, Aktivitäten, Gewohnheiten usw., denn was nicht mehr gebraucht wird erzeugt Stress und lässt Deinen Kortisolspiegel ansteigen. Ein zu hoher Kortisolspiegel verstärkt vor allem die Wechseljahrsymptome Schlafstörungen, Nervosität, Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen.
Ätherische Öle
Die Aromatherapie wirkt nachweislich positiv auf Körper, Geist und Seele. Alleine durch die Raumbeduftung können sich Ängste und Anspannungen lösen, da sie in Sekundenschnelle über das limbische System Prozesse im Gehirn aktivieren. Stimmungsaufhellend wirken vor allem: Bergamotte, YlangYlang und Neroli.
Probiere Neues aus oder reaktiviere was Du früher gerne gemacht hast
Neue Interessen bringen einen ganz besonderen Schwung in Dein Leben, sie motivieren, machen wach und aufmerksam, ja sogar euphorisch. Dadurch passiert sehr viel auf hormoneller Ebene in Deinem Körper, was Deine Wechseljahrbeschwerden positiv verändert. Dopamin, Endorphine und Serotonin werden vermehrt ausgeschüttet. Das hat Auswirkungen auf Deinen Energielevel, Deine Schlafqualität, Deine Stimmung und auf Dein Essverhalten (Heisshungerattacken ade).
Hilfe aus der Phytotherapie
Heilung durch Pflanzen hat eine lange Tradition und trägt nachweisbar zur Frauengesundheit bei. In den Wechseljahren werden sehr gerne die Phytoöstrogene genannt, da sie den körpereigenen Östrogenen gleichen und ähnliche Wirkung erzeugen. Die Symptome in der Prä- und Perimenopause sind hauptsächlich auf die relative Östrogendominanz zurückzuführen. D.h. im Vergleich zum Progesteronspiegel ist der Östrogenspiegel zu hoch. In dieser Zeit macht es wenig Sinn mit Phytoöstrogenen zu ergänzen. Vielmehr ist es sinnvoll die Rezeptoren zu besetzen, damit das körpereigene, stärker wirkende Östrogen nicht mehr andocken kann und wieder abgebaut wird. Dadurch können sich die Symptome abschwächen oder sogar ganz verschwinden. Die beste Erfahrung habe ich persönlich mit Rotkleeextrakt gemacht.
Habe Geduld
Geduld ist, glaube ich, die „Nummer 1 Zutat“ in den Wechseljahren. Es ist unglaublich wichtig Dich gerade jetzt aufmerksam selbst zu beobachten und die Reaktionen Deines Körpers wahrzunehmen. Je eher Du schon kleine Veränderungen erkennst, desto schneller kannst Du reagieren. Auch laufen die Wechseljahre nicht linear, es geht eher runter, rauf, Stillstand, rauf, Stillstand, runter – großes Durcheinander eben. Maßnahmen, die Du ergreifst, wirken mal schneller, mal langsamer, mal gar nicht. Es gibt Zeiträume, da vergisst Du total, dass Du überhaupt in den Wechseljahren bist und dann kommt wieder eine Phase, da weißt Du gar nicht, wie Dir geschieht.
Wie schon gesagt, Übergänge sind immer etwas chaotisch und holprig.
Daher lasse Dir den Satz: „Es ist nur eine Phase“ in Fleisch und Blut übergehen und bleibe ruhig und geduldig.
Mit ganzem Herzen,
Deine Kirsten
Bild: Canva