Leichter durch Weihnachtszeit und Jahreswechsel

Inhaltsverzeichnis

Tipps für die Stressminimierung

Im November Beitrag habe ich Dir einige Tipps gegeben, wie Du ohne zu viele Extrapfunde durch die Weihnachtszeit kommst und wie Du mit Bewegung einige der Extra-Kalorien gleich in Energie umsetzen kannst.

Heute komme ich zur „Königsdiziplin“: den Stress unter Kontrolle zu halten. Und auch ohne Stress ins Neue Jahr zu starten.

Der Gedanke an Weihnachten ruft bei den meisten Menschen bestimmte Bilder und Erwartungen hervor: Schnee, ein warmes Feuer im Kamin, besinnliche Stunden mit den Lieben, wunderschöne Geschenke, die den Beschenkten zum glücklichsten Menschen machen und alle haben sich sehr lieb.

Das alles habe ich aber im echten Leben noch nie erlebt, sondern nur in kitschigen Filmen gesehen.
In der Realität sieht es anders aus. Stichwort: Jahresabschluss, Inventur. Emotionale Belastungen und Familienstreitigkeiten, Patchworkfamilien, Verpflichtungen und mehr.

Das heißt, wir müssen selbst etwas tun (und vieles lassen), um die Zeit so zu verbringen, wie wir es möchten. Ruhe entspricht unserer Natur, auch wenn wir keinen Winterschlaf halten.

Es hört sich paradox an: um zur Ruhe zu kommen, müssen wir aktiv etwas tun oder sein lassen.

Verpflichtungen hinterfragen

Hier kannst Du auch nochmals zum Thema „Ernährung“ zurückkehren.

Allerdings geht es heute mehr in die Tiefe: Glaubenssätze müssen über Bord geworfen werden und nicht alle

Beteiligten sind darüber glücklich.

Aber was soll es? Es ist Dein Leben!

Was ich im November geschrieben habe, gilt auch hier: Was wirklich stresst, sind die vielen Weihnachtsfeiern, Events und Einladungen vor Weihnachten. Meistens ist es das Gefühl, keine Kontrolle zu haben und anderen Menschen gegenüber eine Verpflichtung zu haben.

Da solltest Du wirklich jedes einzelne Fest oder Event durchgehen. Egal, ob Du eingeladen bist oder ob Du Gastgeberin bist.

  • Müssen die alle sein?
  • Was ist das Schlimmste, was passiert, wenn Du nicht hingehst?
  • Oder das Fest ganz ausfällt?
  • Was wären Alternativen?

Wenn Du Dir diese Fragen ehrlich beantwortest, hast Du vielleicht schon Klarheit.

Beispiele:
Familienfest – muss das zu Weihnachten sein, oder kann man nicht ein entspanntes Fest zu einem anderen Zeitpunkt wählen?

Weihnachtsfeier in der Firma – muss man die haben? Gerade in Unternehmen, wo es am Jahresende viel Arbeit gibt, ist es für viele Mitarbeiter keine Belohnung, eine Weihnachtsfeier besuchen zu müssen. Gutes Arbeitsklima ist das ganze Jahr über wichtig. Etwas mehr Weihnachtsgeld wäre vielen Mitarbeitern lieber. Wie wäre es mit einem Grillabend im Sommer?

Ich habe es vor einigen Jahren ganz radikal, wenn auch nicht freiwillig, ausprobiert: Virusinfektion (lange vor Corona) und es ging gar nichts mehr. Weder konnte ich Weihnachtsfeiern oder Einladungen besuchen noch mein eigenes „Glühweinfest“ durchführen. Überraschung: es ist gar nichts passiert. Im Gegenteil, viele Genesungswünsche und schöne Verabredungen im Neuen Jahr. Ich habe dies zum Anlass genommen, mit einigen Gastgebern zu sprechen, ob die Feier wirklich unbedingt vor Weihnachten sein muss.

Vielleicht kann man ja hier Änderungen vorschlagen?

Kein Geschenkestress!

Mal ehrlich: haben wir nicht schon fast alles? Was wir Erwachsenen brauchen, kaufen wir uns selbst.
Ich gehe davon aus, dass die meisten meiner Leserinnen keine kleinen Kinder haben. Bei größeren oder erwachsenen Kindern sind Gutscheine oft wesentlich sinnvoller und willkommener. Und für den Partner ist „gemeinsame Zeit“ das beste Geschenk.

Klar gibt es immer Kleinigkeiten, die man verschenken möchte. Ich habe mir angewöhnt, das ganze Jahr über aufmerksam zu sein oder hübsche Dinge zu kaufen und als Geschenk verpackt zur Hand zu haben.
Ein Dankeschön oder eine hübsche handgeschriebene Karte an eine bestimmte Person war früher selbstverständlich. Heute ist es etwas Besonderes.

Alle Weihnachtsrituale, Familienevents und Essen hinterfragen

Manche Traditionen werden über Generationen aufrechterhalten, obwohl fast niemand sie mag und viele sie als stressig empfinden.

  • Lange Anreise, womöglich mit Stunden im Stau? Lieber zu einem ruhigeren Zeitpunkt eine Familienzusammenkunft planen.
  • Opulente Familienessen, wo Du tagelang mit Vorbereitung beschäftigt bist? Wer erwartet das?
  • Mag die Familie dieses Weihnachtsessen überhaupt?
  • Wenn ja: Aufgaben bei der Zubereitung delegieren.
  • Wenn nein, sich etwas Neues einfallen lassen und mit der Familie abstimmen.

Da kommen manchmal dunkle Geheimnisse auf: meine Mutter machte jedes Jahr eine Weincreme. Ein schwieriges Rezept, das leicht misslang. Als ich dann mein 1.Weihnachtsfest in meiner neuen Wohnung verbrachte und meine Eltern zum Essen kamen, habe ich mich daran versucht und bin (natürlich) gescheitert. Ich bin keine gute Köchin, hatte also nichts zu verlieren. Statt Weincreme gab es dann Apfelkompott, gekocht in (zuckerfreiem) Mandelsirup, mit Zimt. Die Zeit war knapp und die Apfelstückchen nicht ganz zerfallen. Es war richtig lecker und mein Vater, der Dauerkritiker, hat sich Nachschlag geholt. Und gestanden, dass er das „Weinzeugs“ nie mochte.

Neue Rituale einführen

Dein Leben hat sich verändert, daher ist es auch Zeit für neue Rituale. Rituale geben uns Halt, haben etwas Beruhigendes, man fühlt sich zu Hause, angekommen und beschützt.

Nicht aber, wenn man Rituale einhalten muss, die einem nichts geben, sich fremd oder gar falsch anfühlen.
Das passiert leider oft bei Patchworkfamilien, wo jeder einen anderen Hintergrund, eine andere Geschichte und andere Rituale hat.

Hier heißt es: vorher besprechen, klären, wer was erwartet und sich vielleicht auf etwas einlassen, was sich für alle gut anfühlt.

Hier einige Beispiele, die Du als Anregung nutzen kannst:

  • eine Tasse Tee, heiße Zitrone oder auch ein Glas Wein am Abend,
  • ein heißes Bad, mit Kerzen, und allem Drum und Dran. Nicht vergessen: „Bitte nicht stören“ Schild an die Tür,
  • Musik, die Du magst und Du entspannend findest im Hintergrund.
  • Weihnachtslieder? Ja, für mich bitte Frank Sinatra und Dean Martin. Und wem es gefällt: Wham oder Mariah Carey…
  • Ganz besonders hilfreich: Bewegung! Ein Abendspaziergang, um die Weihnachtsbeleuchtung in der Nachbarschaft zu genießen.
  • Oder einen Termin im Fitnessstudio mit der Freundin, um zu quatschen. Schaue Dir da auch nochmal den November-Beitrag an, da habe ich einige Tipps zum Thema „Bewegung“ gegeben. Manche Studios haben an den Feiertagen geöffnet und selbst wenn man kein Mitglied ist, kann man einen Tagespass kaufen. Fragen kostet nichts.

Schön, wenn Du solche Rituale mit Deinen Lieben teilen kannst. Wenn nicht, schaffe Dir die Zeit allein.

Me-Time planen

Ja, richtig, Zeit für Dich allein im Kalender eintragen. Genauso, wie Du jeden anderen Termin einplanst. Du kannst Dir ja einen Code dafür einfallen lassen, dass niemand auf die Idee kommt zu sagen: „Aber hier hast Du ja nichts geplant, da kannst Du doch Oma abholen, den Baum schmücken…“

  •  Zeit, die Du nutzen kannst, wie es Dir gefällt.
  • Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.
  • Wo und mit wem Du willst.
  • Musik hören, die nur Dir gefällt („Last Christmas“, wenn es Dir gefällt)

Du hast ein schlechtes Gewissen? Warum?

Wenn Du abschalten kannst und entspannt bist, überträgt sich das auch auf Dein Umfeld. Und Du hast wieder mehr Lust, Dich um Deine Lieben zu kümmern.

Oder sie kümmern sich mal um Dich, weil sie erkennen, dass Du auch ohne sie klar kommst und eine gute Zeit hast.

Die guten Vorsätze

Weihnachten hast Du gut überstanden, hast viel genossen und (vermutlich) die Zügel insgesamt etwas schleifen lassen. Sehr gut, manchmal brauchen wir das einfach.

Aber oft haben wir die guten Vorsätze im Hinterkopf. Wir nehmen um die Weihnachtszeit den Stress raus und verschieben ihn in den Januar.

Eigentlich ist es keine schlechte Idee, Ziele zu formulieren und etwas erreichen zu wollen. Sich weiter entwickeln, vielleicht die

Richtung ändern oder korrigieren. Irgendwie sind wir nie ganz fertig und das ist gut so.
Gerade die Wechseljahre sollten eine Zeit sein, um Bilanz zu ziehen und zu ändern, was uns nicht mehr glücklich macht.

Das Schlimmste für mich: Stillstand.

Bleiben, wo man heute steht, ganz besonders dann, wenn man unzufrieden ist. Die Welt ändert sich und wer das nicht nutzt, verpasst große Chancen.

Warum überhaupt gute Vorsätze?

Ein Ziel – eine Vision – soll Startschuss für eine gewünschte Veränderung sein. Gib Dir selbst die Chance zur solchen Veränderung!

Ohne Ziel ist jeder Weg richtig und es ist egal, wo Du hergehst. Aber es fühlt sich nicht gut an.
Was willst Du überhaupt im Leben erreichen? Gelassenheit und Akzeptanz des jetzigen Status sind zwar schön, aber dann fehlt dem Leben doch vieles.

Mit einem Ziel nimmst Du Deine Wünsche und Träume ernst. Du bist bereit, die Verantwortung für die Gestaltung Deines Lebens selbst in die Hand zu nehmen.

Ein Ziel zu haben kann ungeheuer motivierend sein und Energien freisetzen.

Was spricht gegen Vorsätze zum Neuen Jahr?

Das Problem, das ich mit guten Vorsätzen zum Jahresbeginn habe:

Die werden meistens zum Jahresende gefasst, wenn wir genau das Gegenteil von dem tun, was wir eigentlich tun wollen/sollen. Du futterst zu viele Marzipankartoffeln? Egal, ab Januar gibt es Diät….
Im Januar fängst Du endlich an und bewegst Dich mehr. Du hast schon einen Vertrag im Fitnessstudio unterzeichnet, ein tolles Sportoutfit gekauft, alles geplant.

Und dann im Januar? Macht sich der große Planungsfehler bemerkbar:
Du hast vergessen, den Alltag mit einzuplanen. Schlechtes Wetter, graue Stimmung und ja, der Alltag hat uns wieder. Der große Vorsatz, sich endlich mehr zu bewegen, ist plötzlich ganz klein geworden. Oder gar ganz verschwunden. Ein Freund von mir besitzt ein großes Fitnessstudio und bestätigt, dass gerade zum Jahresende neue Verträge abgeschlossen werden und die Leute NIEMALS erscheinen. Zu anderen Zeiten fangen sie wenigstens an und werden erst nach etwa 2 Monaten zu Karteileichen.

Ein weiterer großer Fehler ist die Alles-oder-Nichts Mentalität: nie wieder eine Zigarette oder Alkohol oder Schokolade. Und beim ersten Rückfall gibt man auf „Ich schaffe es einfach nicht“.

Klar, bei Nikotin ist es wünschenswert, komplett zu verzichten. Es ist ein Gift, das sehr schnell sehr abhängig macht. Daher macht es einen Unterschied, ob man nur weniger raucht oder komplett aufhört. Aber ein Rückfall ist nicht das Ende auf dem Weg zum Nichtraucher. Wusstest Du, dass ein erfolgreicher Ex-Raucher im Schnitt 4 Anläufe braucht, bis er endlich rauchfrei ist?

Anders bei Schokolade: da ist es besser, hin und wieder ein Stück (oder eine Tafel) einzuplanen. Dann kommt es auch nicht zu Heißhungerattacken.

Ein Stolperstein in Felsbrockengröße ist, wenn wir zu viel erreichen wollen: Dabei verlieren wir den Blick für die Realität. Der Klassiker: 10 kg weniger in 5 Tagen. Leute, das geht schon rein physiologisch gar nicht. Einfach mal Kalorienbedarf pro Tag errechnen und dann ausrechnen, wie lange es dauert, bis man 7000 kcal (entspricht etwa einem Kilo Gewichtsverlust) eingespart hat.

Wir machen uns selbst das Leben viel zu schwer – wenn wir versuchen, Ziele ohne Unterstützung erreichen zu wollen.

Wenn die Anfangseuphorie verflogen ist, wird es schwieriger. Ob im Job oder bei anderen Zielen, die Dir wichtig sind: hole Dir Unterstützung! Jemand, der Dich an die Hand nimmt und Dich leitet. Oder einfach nur zuhört und Dich motiviert, wenn Du aufgeben willst. Gerade wenn Du kaum noch Fortschritt siehst und eine Durststrecke durchlebst: es geht weiter, und wenn Dir jemand den Rücken stärkt, ist vieles machbar.

Mein Fazit

Wenn wir Vorsätze fassen, weil Silvester ist und das eben zum guten Ton gehört, kommt die Motivation nicht wirklich aus uns selbst heraus. Ja, diese Tage zwischen den Jahren sind perfekt, um das alte Jahr Revue passieren zu lassen. Was ist gut gelaufen? Was nicht? Welche Menschen tun mir gut? Wer raubt mir zu viel Energie und Lebenszeit?

Gerade in den Wechseljahren wird uns bewusst, dass wir nicht mehr unendlich viel Zeit vor uns haben und Änderungen jetzt anstoßen sollten.

Aber wir dürfen uns dabei nicht unter Druck setzen (lassen) und damit wieder mehr Stress in unser Leben holen. Weil der uns dick und krank macht.

Meine Liebe, dies war der letzte Blogbeitrag in diesem Jahr.

Weitere spannende Inhalte zu diesem Thema findest Du übrigens auch auf unserem LEMONDAYS Youtube-Kanal.

Ich hoffe, Du kannst einige meiner Tipps umsetzen.

Alles Liebe,
Deine Heike

Foto: Stencil

Alle Aussagen und Empfehlungen in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert und für gesunde Frauen gedacht. Unsere Beiträge bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat und es wird keine Haftung übernommen. Auf jeden Fall solltest Du Dich in deinen Wechseljahren regelmäßig mit deinem Gynäkologen besprechen, gegebenenfalls auch mit Endokrinologen und Heilpraktiker.

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